100 JAHRE KÜNSTLERHAUS BERTELSMANN


Zu Ehren der Jubiläumsfeier 800 Jahre Worpswede in 2018 haben wir die Sanierungsarbeiten des denkmalgeschützten HAUS BERTELSMANN 2017 abgeschlossen und veranstalteten darin von Juni bis September 2018 ein besonderes kulturelles Programm unter dem Titel INTERNATIONALE PROJEKTTAGE « Éphémère ».

Dabei gedachten wir der 100 Jahre, die seit dem Umbau des Niedersächsischen Bauernhauses zum Künstlerhaus im Rahmen der Künstlerkolonie Worpswede vergangen sind. Das Baudenkmal von 1785 hat außen und innen nur wenige Veränderungen gegenüber seinem Ursprung erfahren. Diese kleineren Umbauten sind hauptsächlich gleich nach 1918 erfolgt, nachdem der Maler Walter Bertelsmann das Bauernhaus gekauft hatte. Walter und Erna Bertelsmann gestalteten das ländliche Haus um und entwickelten es zu einem „Künstlerhaus“ für sich und ihre Familie. Sie gingen dabei behutsam vor und nutzten die wertvolle alte Substanz. So blieb der große Dielenraum ungeteilt und der originale Flettboden erhalten. Besondere Schmuckstücke wie die barocke Küchentür, der verzierte Pferdestalleinbau und eine Butze fallen ins Auge. Mit der Betrachtung dieser rein baulichen Elemente ist aber noch nichts gesagt über das eigentlich Kostbare, das in diesem Haus bewahrt wurde. Dem Außenstehenden erschließt sich erst nach und nach die besondere Bedeutung dieses Kulturschatzes. Das Atelier und die ganze Wohnumwelt der Künstlerfamilie sind in unzähligen Einzelstücken präsent.

Der 2013 gegründete Verein Treibgut Worpswede hat sich zur Aufgabe gesetzt, neben der Pflege des alten Bestandes das kreative, gestaltende Element, das diesem Künstlerhaus durch die Jahre und Generationen hindurch Leben und Wärme gab, weiter zu entwickeln mit neuen Akzenten und Impulsen: eine Begegnungsstätte schaffen zwischen Vergangenheit und Zukunft — Konzertaktivitäten mit Schwerpunkten wie zeitgenössischer Musik, interkulturellen wie interdisziplinären Ausdrucksformen in Verbindung mit Tanz, Musik und bildender Kunst, Gesprächskreisen, Vorträgen und Ausstellungen in Form von Installationen.

Fünf unterschiedlich gestaltete Veranstaltungsreihen haben inzwischen auf dieses Projekt im In- und Ausland aufmerksam gemacht und Anklang gefunden.


15. JUNI BIS 15. OKTOBER 2019

Lebensspuren

Ausstellung



Jürgen Bertelsmann (1913-1942)
Zeichnungen und Briefe aus dem Krieg – Nordrussland 1941-1942
Dietlind Bertelsmann : Installation

Öffnungszeiten:
Donnerstag bis Sonntag 14 bis 17 Uhr
und nach Vereinbarung.



Im Rahmen einer Installation zeigen wir Zeichnungen, Aquarelle und Briefe des 1942 in Russland gefallenen Malers Jürgen Bertelsmann, Sohn von Walter Bertelsmann. Sein früher Tod mit 29 Jahren warf einen tiefen Schatten auf das Leben seiner Famillie. Im Mittelpunkt dieser Ausstellung steht jedoch weniger die Tragik des frühen Todes als das Werden eines jungen Menschen und Künstlers in seinen letzten Lebensjahren unter den Bedingungen des furchtbaren Kriegsgeschehens. Ein Zeitzeugnis. „Von beiden Seiten sehnen sich die Menschen danach, mitmenschlich empfinden zu dürfen”, schrieb J. Bertelsmann aus dem Krieg. Er sah nicht Feinde neben Freunden, Russen neben Deutschen. Er sah Mitmenschen, in all ihrer Verschiedenheit, und fühlte mit ihnen. Mensch sein, und in der Erfahrung von Grausamkeit und Entbehrung es bleiben, vielleicht sogar noch intensiver und bewusster es werden, war sein Bemühen und seine Kunst Ausdruck dafür.


Auf Grund der grossen Nachfrage wird die bereits 2018 gezeigte Ausstellung in diesem Jahr weitergeführt.

Öffnungszeiten: Do-So 14-17 Uhr u.n.V.

ANMELDUNG:
+49 (0)4792 75 45 oder per E-Mail an info@haus-bertelsmann.de

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SONNABEND, 21. SEPTEMBER 2018 UM 19 UHR

Gedanken zur Ausstellung
Lebensspuren

Die Ausstellung "Lebensspuren" mit all den Fragen und Erinnerungen, die sie wachgerufen hat, regte uns an zu einem nachdenklichen Beisammensein, zu dem ich herzlich einladen möchte.
Eine Art Abschlussfeier – vor dem Ende der Ausstellung ...

Dietlind Bertelsmann
Projektleitung/Installation
Rainer Schossig
Kulturjournalist und Kunstwissenschaftler
Friedrich Gauwerky
Violoncello

Ernst Krenek:
“Suite for Violoncello solo” op.84 (1939)
Andante affettuoso – Adagio – Allegretto – Andantino scherzando – Andante
Luigi Dallapiccola:
“Ciaccona, Intermezzo et Adagio” (1945)
Ciaccona, Con larghezza – Intermezzo, con espressione drastica – Adagio

Dietlind Bertelsmann
Projektleitung/Installation
Rainer Schossig
Kulturjournalist und Kunstwissenschaftler
Friedrich Gauwerky
Violoncello

Ernst Krenek:
“Suite for Violoncello solo” op.84 (1939)
Andante affettuoso – Adagio – Allegretto – Andantino scherzando – Andante
Luigi Dallapiccola:
“Ciaccona, Intermezzo et Adagio” (1945)
Ciaccona, Con larghezza – Intermezzo, con espressione drastica – Adagio

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